Wildkräuter unserer Natur: Der Spitzwegerich

Lebensraum

Der Spitzwegerich wächst auf nährstoffreichen Wiesen, Weiden, in Gärten, auf Wegen und an Wegesrändern.

Merkmale

Der Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Er erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50cm.

Man erkennt ihn gut an den schmalen, langen Blättern mit den fünf bis sieben parallel laufenden Blattrippen an der Blattunterseite. Die Blätter wachsen als Rosette, werden bis zu 20cm lang und haben glatte Ränder.

Die Stängel der Pflanze wachsen lang in die Höhe, sind kantig und ohne Blätter.

Am oberen Ende des Stängels wächst der Blütenstand in Form einer kleinen Ähre. Diese wird ungefähr 1-3cm lang und enthält viele winzige weiß-bräunliche Blüten. Der Spitzwegerich blüht von Mai bis September.

Ab August bilden sich die Samen.

Die Wurzel vom Spitzwegerich ist fein verästelt.

Verwendung

Verwenden vom Spitzwegerich kann man die Blätter, Blüten, Knospen, Samen und Wurzeln.

Die Blätter, Blüten und Knospen sind köstlich pur gegessen, im Salat, in Suppen, Aufstrichen, Saucen, Dressings, Smoothies, im Saft, in Desserts, Eis und in verschiedenen Gemüsespeisen (…). Am besten nimmt man die frischen jungen Blätter aus der Mitte der Blattrosette.

Der Spitzwegerich ist auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagsuppe.

Die Samen der Pflanze können roh gegessen werden oder man streut sie über Salate oder andere Leckereien.

Die Wurzel wird von Oktober bis April geerntet und kann wie Wurzelgemüse zubereitet werden.

Für unterwegs eignen sich die Spitzwegerichblätter als Wundversorgung bei Verletzungen oder als 1.Hilfe bei Bremsen-, Bienen- und Wespenstichen. Die Wunden und Stiche werden desinfiziert, Blutungen werden gestoppt und der Juckreiz wird gemindert.

Ansonsten kann man Spitzwegerich auch als Tee, Hustensirup oder als Preßsaft einsetzen.

Wirkung

Der Spitzwegerich ist ein wunderbares natürliches Antibiotikum.

Er wirkt antibakteriell, antibiotisch, blutreinigend, blutstillend, desinfizierend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilend und zusammenziehend. Er ist ein hervorragendes Heilmittel für Wunden, Verletzungen und Entzündungen jeder Art. Um Wunden und Verletzungen in der Natur zu versorgen, kann man die Blätter vom Spitzwegerich frisch zerreiben oder zerkauen und auf die betroffene Hautstelle auftragen.

Der Spitzwegerich eignet sich gut für Frühjahrs- und Reinigungskuren und hilft sehr gut gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Zudem besitzt er hustendämpfende, schleimlösende, Schleimhaut schützende und auswurffördernde Eigenschaften und wird als Arzneipflanze für Atemwegserkrankungen, Asthma, Bronchitis, Reizhusten, Lungenentzündung, Keuchhusten, Raucherhusten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Entzündungen der Mundschleimhaut und Reizungen der Rachenschleimhaut eingesetzt.

Er wirkt sehr gut auf das gesamte Verdauungssystem.

Der Spitzwegerich hilft ausgezeichnet bei Insektenstichen und Juckreiz. Dazu werden gleich nach dem Stich 1-2 frische Blätter zerrieben oder zerkaut und auf den Stich aufgetragen.

Besondere Inhaltsstoffe

Der Spitzwegerich enthält viel Zink, Kalium, Vitamin C und B, Schleimstoffe, Gerbstoffe und Kieselsäure.

*Rezepte*

*Spitzwegerich-Preßsaft*

Frische Preßsäfte sind die stärksten und wirkungsvollsten Heilkräutermittel. Preßsäfte sollten immer frisch verwendet werden, da sie sich schnell zersetzen.

Um frischen Preßsaft aus den Blättern des Spitzwegerich herzustellen, braucht man eine ziemlich große Menge an Pflanzenteilen. Die Blätter werden in eine Saftpresse gegeben und der daraus gewonnene Pflanzensaft in einem Glas aufgefangen.

Diesen frischen Spitzwegerich-Preßsaft kann man für eine Blutreinigungskur, bei Magen-Darm-Beschwerden oder bei Erkrankungen der Atmungsorgane innerlich einnehmen. Zur inneren Einnahme nimmt man nach Bedarf 2-3 mal täglich 1-2 Esslöffel frischen Preßsaft am besten verdünnt mit etwas Wasser oder im Saft ein.

Äußerlich hilft er bei Verletzungen, Wunden und Insektenstichen und kann zur Wundwaschung, Wunddessinfizierung und zur Behandlung verschiedener Hautprobleme eingesetzt werden.

*Spitzwegerich-Tee*

Der Spitzwegerich-Tee hilft bei Atemwegsbeschwerden und unterstützt den Körper dabei den Schleim zu lösen, Entzündungen zu lindern und den Auswurf zu fördern. Er hilft auch bei Magen-Darm-Beschwerden und regt den Stoffwechsel an.

Für den Spitzwegerich-Tee werden 1-2 Esslöffel frische oder getrocknete Blätter mit 250ml kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Dann werden die Blätter abgeseiht. Bei Husten trinkt man den Tee am besten zusätzlich mit einem Teelöffel Honig. Von diesem Spitzwegerich-Tee kann man nach Bedarf 3 Tassen täglich trinken.

*Natürliches Spitzwegerich-Wundpflaster*

Der Spitzwegerich sowie alle anderen Wegericharten, sind optimale Erste-Hilfe-Pflanzen für unterwegs!

Bei wunden oder müden Füßen kann man Spitzwegerichblätter wie eine Sohle in den Schuh legen. Das erfrischt die Füße und schützt vor Blasen.

Bei Insektenstichen oder kleineren Verletzungen kann man die frischen Blätter vom Spitzwegerich zerquetschen oder einfach zerkauen und diese dann auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Somit hat man unterwegs ein super natürliches Spitzwegerich-Wundpflaster. Bei Insektenstichen hilft es gegen den Juckreiz und wirkt abschwellend und bei Wunden hilft es das Blut zu stillen, sie zu desinfizieren, Entzündungen zu hemmen, den Schmerz zu lindern und die Wundheilung zu fördern.

*Spitzwegerich-Sirup ohne Zucker*

Man kann ganz einfach einen Spitzwegerich-Sirup ohne Zucker herstellen. Dazu verwendet man die Blätter vom Spitzwegerich, welche kleingeschnitten werden und abwechselnd mit flüssigem Honig in ein Glas geschichtet werden. Das Glas sollte gut verschließbar sein und vorher ausgekocht werden, damit es steril ist. Nun füllt man eine Schicht Spitzwegerich von etwa 1cm hinein und dann kommt eine Schicht Honig und so weiter, bis das Glas voll ist.

Dann kommt das Glas für ca. 3 Wochen an einen warmen Ort und sollte täglich einmal geschüttelt werden, so dass die Blätter immer gut mit Honig bedeckt sind.

Nach 3 Wochen seiht man die Blätter ab und füllt den Spitzwegerich-Sirup in dunkle Fläschchen, die dann beschriftet werden und etwa ein Jahr im Kühlschrank haltbar sind.

Nach Bedarf kann man 3 oder auch mehrmals täglich 1-2 Teelöffel pur einnehmen oder in einen Tee einrühren.


[fbcomments]