Wildkräuter unserer Natur: Der Frauenmantel

Lebensraum

Der Frauenmantel kommt nahezu weltweit vor. Es gibt verschiedene Arten, die sich in ihren Ansprüchen auf ihre Lebensräume etwas unterscheiden. Man findet den Frauenmantel in Gärten, auf Wiesen, in Gräben, an Waldwegen und in Gebüschen. Er wächst teilweise vereinzelt oder an für ihn besonderen Plätzen breitet er sich wie ein Teppich aus.

Merkmale

Der Frauenmantel wächst rosettenartig und erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Die Blätter sind rundlich, teils nierenförmig und gelappt. Sie sind 5-11 lappig, am Rand gezähnt und an der Unterseite behaart. Sie sind ungefähr 5 bis 15 cm breit. Wenn es feucht ist, sammelt sich das Wasser auf den Blättern – kleine Wassertropfen (“Guttationstropfen“), die aus den Blättern heraus transpiriert werden.

Der Frauenmantel blüht von Mai bis Oktober. Seine Blüten sind grünlich gelb bis cremefarben und sie wachsen in doldigen Rispen. Die Blütenstängel entspringen aus der Mitte mancher Blätter. Die einzelnen Blüten sind nur ein paar Millimeter groß.

Die Pflanze hat einen ausdauernden kriechenden Wurzelstock.

Verwendung

Verwenden kann man die jungen Blätter und Blüten im Salat, im Smoothie, in Suppen, als Tee und in Gemüsespeisen. Der Frauenmantel ist ein Würzkraut und sollte nur sparsam verwendet werden. Er schmeckt leicht bitter und ein wenig wie Kohlrabi.

Frauenmantel wird meist als Heilkraut eingesetzt und findet die häufigste Verwendung als Tee oder als Tinktur. Frauenmantel ist ein heilsames Frauenkraut, denn es soll gegen viele weibliche Beschwerden helfen.

Der Frauenmantel ist eine sehr alte Heilpflanze. Schon die Druiden sammelten das Pflanzenwasser für rituelle Reinigungen und die Alchemisten versuchten Gold aus den Guttationstropfen zu gewinnen.

Wirkung

Der Frauenmantel ist ein Frauenheilkraut und lindert nahezu alle Arten von Frauenbeschwerden. Die Pflanze wird meistens als Tee oder als Tinktur verwendet und unter anderem bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Frauenmantel stärkt die Gebärmutter und den Beckenboden während der Schwangerschaft. Nach der Geburt wird die Heilung von Geburtsverletzungen unterstützt, sowie die Milchbildung und die Rückbildung der Gebärmutter gefördert.

Ein Sitzbad mit Frauenmanteltee kann gegen Weissfluss helfen.

Bei Kinderwunsch kann Frauenmantel das Einnisten befruchteter Eizellen in der Gebärmutter verbessern.

Frauenmantel wirkt blutreinigend, blutstillend, desinfizierend, schmerzstillend, entzündungshemmend und adstringierend (zusammenziehend).

Der Frauenmantel hilft jedoch nicht nur bei Frauenbeschwerden, sondern wird als Allheilmittel auch bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen verwendet. Frauenmantel hilft gut bei Erkältungen, grippalen Effekten, bei Husten und Schnupfen.

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Blähungen und zur Förderung der Verdauung wird Frauenmanteltee erfolgreich eingesetzt.

Zur Wundbehandlung und bei Entzündungen wird hauptsächlich die Frauenmantel-Tinktur verwendet. Sie soll auch bei Ekzemen, eitrigen Furunkeln und Geschwüren helfen. Aber auch mit Frauenmanteltee kann man eitrige Wunden oder Entzündungen auswaschen.

Frauenmantel wirkt sehr positiv auf das Nervensystem und hilft bei Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen.

Diese Heilpflanze soll auch die Potenz erhalten und ist für ein erfülltes Liebesleben nützlich, da störende Unterleibskrämpfe und -beschwerden gelindert werden.

Besondere Inhaltsstoffe

Frauenmantel enthält viele Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside und Saponine.

*Rezepte*

*Frauenmanteltee*

Der Frauenmanteltee hilft bei allen oben genannten Beschwerden. Man kann ihn innerlich einnehmen oder äußerlich zum waschen und desinfizieren von Wunden und Entzündungen verwenden.

Um Frauenmanteltee herzustellen nimmt man einen Esslöffel frische oder auch getrocknete zerkleinerte Blätter und übergießt diese mit 250 ml kochendem Wasser. Den Tee lässt man ungefähr 10 Minuten ziehen und seiht die Blätter dann ab. Nun kann er getrunken oder zur Wundwaschung verwendet werden. Bei akuten Beschwerden kann man den Tee 2-3 mal täglich trinken.

*Frauenmantel-Tinktur*

Die Frauenmantel-Tinktur hilft unter anderem bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, PMS, Libidoverlust, und auch bei Entzündungen und zur Wundbehandlung kann sie erfolgreich eingesetzt werden. Zur Herstellung dieser Tinktur kann man entweder frische oder getrocknete Pflanzenteile verwenden, wobei sie mit frischen Pflanzenteilen aromatischer und auch kraftvoller wird.

 

Zutaten:

  • 40g Frauenmantelwurzel
  • 10g Blätter und Blüten
  • 150 -200ml Alkohol (40 bis 50 % – zum Beispiel Doppelkorn oder Wodka eignen sich dafür)

Zubereitung:

Die Frauenmantelwurzel wird gesäubert, trocken getupft und in kleine Scheiben geschnitten. Auch die Blätter und Blüten werden sehr fein geschnitten. Anschließend wird alles in ein verschließbares Glas gefüllt. Nun wird alles mit Alkohol aufgefüllt bis die Zutaten gut bedeckt sind.

Diesen Ansatz lässt man nun ca. 4 Wochen stehen. Ab und zu wird alles vorsichtig geschüttelt.

Danach werden die Pflanzenteile abgeseiht und die fertige Tinktur wird in dunkle Pipettenfläschchen gefüllt, beschriftet und an einem kühlen Ort gelagert. Dunkle Pipetten- oder Tropffläschchen kann man in der Apotheke kaufen.

Nach Bedarf können bis zu 3 mal täglich 10-30 Tropfen (beziehungsweise 1-2 Pipettenfüllungen) mit ein wenig Wasser, Saft oder Tee eingenommen werden. Für die Wundbehandlung werden ein paar Tropfen der Tinktur in einen Wattebausch gegeben und die Wunde vorsichtig damit abgetupft.

Diese Tinktur ist mindestens 1 Jahr oder länger haltbar.


[fbcomments]